Die Stadthalle Kloten war am Montagabend gut gefüllt: Politik und Gewerbe kamen zum 17. Mal zum traditionellen Anlass «Gespräche mit Ausblick» zusammen. SRF-Moderator Stefan Siegenthaler führte durch einen Abend voller Rückblick, Perspektiven – und pointierter Unterhaltung.
«Gespräche mit Ausblick»: Kloten diskutiert, lacht und plant die Zukunft
Stadtpräsident René Huber eröffnete mit einem persönlichen, teils augenzwinkernden Rückblick aufs Jahr 2025. «Es ist ein subjektiver Rückblick», betonte er – und lieferte einen gekonnten Mix aus Tiefgang und Humor. Themen wie die Eröffnung des Stadtplatzes Süd, der neue Hort beim Schulhaus Spitz oder der erste Swiss-A350 am Flughafen fanden ebenso ihren Platz wie die Kunstrasen-Offensive gegen den Japankäfer oder der Neuzügeranlass.
Ein Seitenhieb durfte nicht fehlen: Beim Stadtfest sei – im Gegensatz zu Bülach – kein Nachtragskredit nötig geworden. Auch der städtische Aprilscherz, bei dem der Japankäfer den Löwen im Wappen ersetzte, sorgte für Lacher.
Emotional wurde es am Schluss von Hubers Rede mit der formellen Amtsübergabe von Thomas Peter an Marc Osterwalder. Peter, so Huber, sei der Erfinder der «Gespräche mit Ausblick» – und habe damit eine Plattform geschaffen, die Kloten nachhaltig präge.
Danach übernahm Satiriker Michael Elsener die Bühne. Mit scharfer Zunge und präzisem Blick seziert er den Schweizer Politbetrieb. Seine Parodien – etwa auf Alain Berset – begeisterten das Publikum. Auch als er die Privatradios auf die Schippe nahm, sorgte er für herzliche Lacher. Schade nur, dass Radio SRF 1, 2 und 3 in seinem radioaktiven Rundumschlag unberücksichtigt blieben. Das Potenzial für weitere Pointen wäre da gewesen.
Zum Abschluss stellte sich der Stadtrat einer Podiumsdiskussion. Es ging um Veränderung und Kontinuität – und um die Herausforderungen, vor denen Kloten steht. Der Austausch blieb kollegial, auch wenn Unterschiede zwischen den Zeilen deutlich wurden. Auf dem Podium: Mark Wisskirchen, Regula Kaeser-Stöckli, Kurt Hottinger, Christoph Fischbach, René Huber, Gaby Kuratli und Roger Isler.
Bevor der Apéro Rich eröffnet wurde, kehrte Satiriker Michael Elsener noch einmal zurück auf die Bühne. Mit einem ebenso absurden wie cleveren Gedankenexperiment – ein Leben, das beim Tod beginnt und mit der Geburt endet – überraschte er das Publikum ein weiteres Mal. Selbst kritische Geister konnten sich das Lachen nicht verkneifen.
Zum Abschluss wurde es dann herzlich und symbolisch: Die Stadträtinnen und Stadträte servierten persönlich beim Apéro – in roten Schürzen, farblich abgestimmt auf das Klotener Stadtwappen. Ein Zeichen der Nähe, das bei den Unternehmerinnen und Unternehmern gut ankam – und den Anlass würdevoll abrundete.