Mit grosser Vorfreude haben viele Einwohnerinnen und Einwohner dem Büüli-Fäscht 2025 entgegengesehen. Umso ernüchternder ist nun das Fazit: Statt eines verbindenden und regelmässig stattfindenden Stadtfests bleibt vor allem der Eindruck von explodierenden Kosten und einem beträchtlichen Defizit. Gesprochen wird von einem Darlehen oder einem A-fonds-perdu-Betrag von 90 000 Franken, der an der Stadt Bülach oder am Büüli-Fäscht Komitee hängen bleibt.
Dass die Kosten derart aus dem Ruder laufen konnten, ist für viele Steuerzahlende schlicht unverständlich. Ein Stadtfest dieser Grössenordnung braucht keine Gigantomanie, sondern Augenmass, Verantwortungsbewusstsein und Respekt gegenüber der Bevölkerung, die letztlich dafür geradestehen muss. Es sollte in erster Linie ein Fest für die Büülemer/innen sein mit einem regionalen Charakter.
Das Büüli-Fäscht sollte ein Anlass zur Freude sein – kein finanzielles und organisatorisches Ärgernis. Viele mitmachende Vereine konnten durch das Büüli-Fäscht nicht oder nur ganz minim profitieren. Das Wetter war «gut», schon fast perfekt. Dieser Punkt zählt nicht für das Defizit. Für künftige Anlässe wäre es dringend nötig, die Führungsstrukturen und das OK zu hinterfragen. Vertrauen entsteht nicht durch Durchhalteparolen, sondern durch Kompetenz und Offenheit.
Das OK gibt als Defizit-Gründe gestiegene Sicherheitskosten an, wobei diese klar waren und hätten berücksichtigt werden können. Ebenfalls sind die Entlöhnungen für das Büüli-Fäscht-OK sehr hoch. In keinem anderen Verein erhält man solche Gehälter. Vereinsarbeit heisst eigentlich Freiwilligenarbeit. Bei vielen Vereinen erhält man als Wertschätzung nur einen sehr kleinen finanziellen Betrag, ein Helferessen oder eine Vereinsreise.
Auch ist es schleierhaft, wie der OK-Präsident Jürg Hintermeister zu dieser Rolle kam. Hiess es doch in Antrag und Weisung noch, dass dies öffentlich ausgeschrieben wird. Es hat aber niemand Kenntnis, wie und wo das publiziert war. Vielleicht wurde das auch einfach so durch die Blume beschlossen, da Jürg Hintermeister auch im Unterstützungskomitee vom Stadtpräsidenten Mark Eberli ist. Und das Büüli-Fäscht lief ebenfalls unter Politik und Präsidiales. Ein Schelm, wer hier falsches denkt? Wohl nicht, ist meine persönliche Meinung zu dieser Sache.
Vielleicht ist es an der Zeit für eine Veränderung im Bülacher Stadtpräsidium. Die Wahlen vom 8. März 2026 werden es zeigen, wie das die Bülacher und Bülacherinnen sehen.
Sven Zimmerli