Damit hatte kaum jemand gerechnet: Christoph Hagedorn, Präsident des Ortsvereins Viva Eglisau und bekannt als umtriebiger Macher, will in den Gemeinderat. Nach seinem schrittweisen Rückzug aus dem Berufsleben habe er Lust, sich noch stärker für die Entwicklung seines Heimatorts einzusetzen, liess er verlauten.
Eglisau solle nicht nur ein schöner Ort zum Wohnen sein, sondern einer, der lebt und sich bewegt – das sei sein Antrieb. Die Resultate einer von ihm mitorganisierten Bevölkerungsbefragung hätten deutlich gezeigt, was sich die Menschen vor Ort wünschen. Genau daran wolle er sich orientieren.
Bürgerbeteiligung sei für ihn zentral. Hagedorn kündigte an, Betroffene bei neuen Projekten frühzeitig einzubeziehen. Wer mitgestalten dürfe, sei motivierter – und am Ende würden Zeit, Geld und Nerven gespart.
Christoph Hagedorn ist mit Eglisau eng verwurzelt. Er und seine Frau sind im Ort aufgewachsen, wohnen mitten im Städtli, haben vier Kinder und vier Enkel. Seit seiner Jugend organisiert er kulturelle Veranstaltungen. Heute sorgt er als Präsident des Vereins VIVA Eglisau für frischen Wind im öffentlichen Leben.
Beruflich war Hagedorn zunächst im Verkauf und Marketing der Unterhaltungselektronik tätig. Später machte er sich im Deko-Handel selbständig. Aus seinem Geschäft wurde eine Firma, die heute Grossprojekte für Einkaufszentren und Events realisiert – inzwischen geführt vom Sohn.
Nebenbei arbeitet er als Bauleiter für Umbauten und ist stark mit dem lokalen Gewerbe vernetzt. Eine klassische Ausbildung bringt er nicht mit, dafür umso mehr praktische Erfahrung. Sein Motto: „Lernen durch Machen.“
Offen spricht er auch über ein Handicap: Sein Gehör sei stark eingeschränkt. Dank technischer Hilfen komme er im Alltag gut zurecht – nur bei starken Nebengeräuschen könne es vorkommen, dass er nachfragen müsse.
Ansonsten sei er gesund, voller Tatendrang und bereit für Neues. „Ich freue mich auf alles, was kommt“, so Hagedorn. Was aber passiert mit seinem Präsidium bei Viva Eglisau, wenn er in den Gemeinderat gewählt würde? Auf Anfrage von zu24 sagt Christoph Hagedorn: "Bei einer Wahl, wäre das Viva-Präsidium aufzugeben, um Interessenskonflikte zu vermeiden und sich voll auf das Exekutivamt zu konzentrieren."
Ob es ihm gelingt, politisch Fuss zu fassen, wird sich zeigen. Klar ist: Seine Kandidatur bringt Bewegung in Eglisau – ganz nach seinem eigenen Anspruch.