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Region Kloten
08.01.2026
08.01.2026 22:19 Uhr

Stadt Kloten verabschiedet ihren Verwaltungschef

Thomas Peter (l), Marc Osterwalder (mitte) und René Huber (r)
Thomas Peter (l), Marc Osterwalder (mitte) und René Huber (r) Bild: pw
Emotionaler Abschied im Stadthaus Kloten: Thomas Peter tritt ab, Marc Osterwalder übernimmt das Steuer – unter Applaus, Tränen und viel Symbolik.

Es war ein Abend voller Emotionen, Dankbarkeit und grosser Gesten: Im Stadthaus Kloten wurde am Mittwoch Verwaltungsdirektor Thomas Peter offiziell verabschiedet – und sein Nachfolger Marc Osterwalder feierlich ins Amt eingeführt.

Die Gästeliste las sich wie ein politisches und wirtschaftliches Who’s who: Der Stadtrat in voller Besetzung, hohe Militärs, der Flughafenchef, die Führung des EHC Kloten, Gemeinde- und Stadtpräsidenten aus dem ganzen Zürcher Unterland, darunter Bülachs Stadtpräsident Markus Eberli, sowie SP-Nationalrätin Priska Seiler Graf, die 2027 für den Zürcher Regierungsrat kandidieren will.

Stadtpräsident René Huber würdigte Peter in einer persönlichen, pointierten Rede. Bereits zu Beginn habe Peter entscheidende Weichen gestellt – unter anderem mit der Einführung des CEO-Modells, der klaren Trennung von operativer und strategischer Führung: «Das war damals neu, erklärungsbedürftig – und heute wird es in der ganzen Schweiz kopiert. Aber so gut wie in Kloten funktioniert es nirgends.» Für Huber stand fest: Ohne Peter wäre das Milizsystem in einer Stadt der Grösse von Kloten kaum mehr tragfähig: «Unsere Lösung funktioniert nur, wenn der Chef der Verwaltung fachlich, menschlich und strategisch einwandfreie Arbeit liefert.»

René Huber, Stadtpräsident von Kloten bei seiner launigen Rede für Thomas Peter Bild: pw

Der Noch-Stadtpräsident von Kloten beschrieb, wie der Winterthurer in Kloten Wurzeln schlug, die Verwaltung modernisierte – und als bekennender Eishockey-Ignorant zum glühenden EHC-Fan wurde. «Du bist als Winterthurer nach Kloten gekommen. Nun gehst du als Klotener nach Schaffhausen – und ich bin sicher, als Mensch wirst du Klotener bleiben!», so Huber.

Der Saal applaudierte, Peter kämpfte mit den Tränen.

Sein nächstes Ziel: Ombudsmann des Kantons Schaffhausen. Bald wird er dort eine neue Ombudsstelle aufbauen, die als neutrale Vermittlung zwischen Behörden und Bevölkerung fungieren soll. Der Schaffhauser Kantonsrat wählte ihn im September mit 55 Stimmen.

Thomas Peter und das Publikum mussten wähend seiner Rede oft schmunzeln Bild: pw

Peter dankte in seiner Ansprache «für 24,5 schöne, gute Jahre in Kloten» und erinnerte an eine schwierige Phase: «Im Jahr 2021 war ich schwer erkrankt. Auch da habe ich viel Unterstützung bekommen. Das werde ich nie vergessen.» Er zeigte sich unter anderem auf zwei Dinge stolz: die Organisation der Stadtverwaltung – «Ich denke, wir haben heute eine Organisation, die funktioniert.» – und die gelungene Nachfolgeregelung. Marc Osterwalder sei früh bestimmt worden, «ein Glücksfall».

Zum Abschied schenkte Peter seinem Nachfolger zwei symbolträchtige Dinge: eine SWISS-Flugkapitänsmütze und ein Trikot des EHC Kloten. Seine Botschaft: «In Kloten gibt es zwei Dinge, die alles überstrahlen: den Flughafen und den EHC Kloten!»

  • Die neue "Nummer 1" Marc Osterwalder auf dem EHC-Kloten Trikot verewigt Bild: pw
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  • Symbolische Stabsübergabe: Thomas Peter schenkt Nachfolger Marc Osterwalder eine SWISS-Kapitänsmütze und ein EHC-Kloten-Trikot Bild: pw
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Marc Osterwalder fand in seiner ersten offiziellen Rede einen zurückhaltend-souveränen Ton und begann seine Worte mit einem Zitat: «Die Stadtverwaltung sorgt dafür, dass alles Nötige für das tägliche Leben organisiert und gepflegt wird, damit das Leben für alle gut funktioniert.» Osterwalder beschreibt Kloten als einen «besonders vielfältigen und herausfordernden Verwaltungsstandort: über 120 Nationen, grosse Unternehmen, ein dynamisches Bevölkerungswachstum, enorme schulische Aufgaben, die Nähe zum Flughafen. Die Mischung verschiedensten Herausforderungen macht diese Stelle für mich zum Traumjob.» Zur Arbeit von Vorgänger Thomas Peter meint Osterwalder lobend: «Es braucht keine Revolution. Es braucht die vorhandene Stabilität – und eine auf dem stabilen Fundament aufbauende Weiterentwicklung.»

Marc Osterwalder bei seiner Rede Bild: pw

Zum Schluss erklärt Marc Osterwalder, dankbar und nach eigenen Aussagen auch demütig: «Ich freue mich auf die Aufgabe, bin dankbar für das Vertrauen – und motiviert, im Sinne meines Vorgängers Kloten gemeinsam weiterzubringen.»

Die Ära Peter endet – die Ära Osterwalder beginnt. Und Kloten? Geht mit Zuversicht den nächsten Schritt.

  • SP-Nationalrätin Priska Seiler Graf und Klotens Mitte-Stadträtin Gaby Kuratli Bild: pw
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  • Grosser Applaus für den scheidenden Verwaltungsdirektor Thomas Peter Bild: pw
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mj/pw
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