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Leserbrief
Region Bülach
19.01.2026

Leserbrief: Bülach braucht einen Neuanfang an der Spitze

Bild: pw
zu24-Leser Edi Koller fordert im PUK-Debakel einen Führungswechsel in Bülach – und setzt auf Andrea Spycher als neue Stadtpräsidentin.

Die Einsetzung der Parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK) in Bülach kam nicht aus dem Nichts. Sie ist das Resultat einer Entwicklung, bei der Vertrauen in Führung, Kommunikation und Entscheidprozesse der Stadt zunehmend verloren gegangen ist. Wenn innerhalb kurzer Zeit mehrere Schlüsselpersonen die Verwaltung verlassen, wenn Informationen nach aussen nur verzögert oder widersprüchlich fliessen und politische Verantwortung unklar bleibt, dann genügt es nicht, auf formale Abläufe zu verweisen. Die PUK ist notwendig, doch sie kann nur aufarbeiten, was politisch und führungsmässig bereits zuvor versäumt wurde.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, ob die PUK korrekt arbeitet, sondern wie es überhaupt so weit kommen konnte. Führung zeigt sich im Alltag: im Umgang mit Mitarbeitenden, im Dialog mit Parlament, Gewerbe und Bevölkerung sowie in der Fähigkeit, Probleme frühzeitig zu erkennen und ernst zu nehmen. Genau hier hat es in den vergangenen Jahren in Bülach offensichtlich gefehlt. Unter der bisherigen Amtsführung wurde viel verwaltet, aber zu wenig zugehört. Kritische Stimmen wurden oft relativiert oder ausgesessen, statt sie als Hinweis auf strukturelle Schwächen zu verstehen. Die Folgen sind heute sichtbar: personelle Unruhe, Vertrauensverlust und eine Verwaltung, die zeitweise mehr mit sich selbst beschäftigt ist als mit den Anliegen der Bevölkerung.

Eine PUK kann diese Symptome analysieren, sie kann aber keinen Führungswechsel ersetzen. Bülach braucht nicht mehr Distanz zwischen Exekutive und Bevölkerung, sondern mehr Nähe, Präsenz und Dialog. Genau hier unterscheidet sich Andrea Spycher klar vom bisherigen Stil. Sie sucht den direkten Kontakt, hört zu und handelt pragmatisch. Ob bei konkreten Fragen wie Parkplätzen in der Altstadt, bei Steuerfragen oder im Austausch mit Gewerbe und Bevölkerung: Sie zeigt, dass politische Führung nicht im Sitzungszimmer endet, sondern im Alltag der Stadt stattfindet.

Gerade in einer Phase, in der Vertrauen wieder aufgebaut werden muss, ist dieser Führungsansatz entscheidend. Die PUK kann aufzeigen, was schiefgelaufen ist. Die politische Antwort darauf muss jedoch an der Spitze erfolgen. Wer Bülach in die Zukunft führen will, muss Verantwortung übernehmen, offen kommunizieren und den Dialog leben. Deshalb braucht Bülach jetzt einen echten Neuanfang – und deshalb sollte Andrea Spycher die neue Stadtpräsidentin von Bülach werden.
Edi Koller, Bülach

Edi Koller
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