Grosse Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Die Kommunalwahlen 2026 versprechen im Zürcher Unterland politisch brisant zu werden. In mehreren Städten und Gemeinden stehen Kampfwahlen bevor, etablierte Präsidien werden herausgefordert, auf der anderen Seite fehlen mancherorts – vor allem in kleinen Gemeinden – Kandidierende. Der erste Wahlgang findet zwischen dem 8. März und dem 12. April 2026, ein allfälliger zweiter Wahlgang am 14. Juni 2026 statt.
Kommunalwahlen 2026 im Zürcher Unterland: Kampf um Präsidien, Krampf um Kandidaten
Bülach: EVP-Eberli gegen SVP-Spycher im Kampf um die Stadtspitze
In Bülach muss sich der langjährige Stadtpräsident Mark Eberli (EVP) erstmals einer ernsthaften Herausforderin stellen: SVP-Frau Andrea Spycher tritt mit der wählerstärksten Partei der Gemeinde im Rücken gegen den nicht ganz unumstrittenen Stadtpräsidenten an – ein Duell, das in der Bezirkshauptstadt hohe Wellen werfen dürfte.
Kloten: Nachfolger von "Überstadtpräsident" René Huber gesucht – Zweikampf um das Stadtpräsidium
In Kloten endet eine eindrückliche und bemerkenswerte Ära: Der langjährige Stadtpräsident René Huber (SVP) tritt nach mehr als 30 Jahre im Stadtrat bzw. 20 Jahren als Stadtpräsident ab. In die grossen Fussstapfen Hubers wollen zwei erfahrene Klotener Politiker treten:
- Mark Wisskirchen (EVP)
- Kurt Hottiger (SVP)
Beide sind seit Jahren im politischen Geschehen der Flughafenstadt prägend – es zeichnet sich ein spannender Zweikampf ab, zumal Mark Wisskirchen von der linken- und der erfahrende Networker Kurt Hottiger von den rechten Parteien gestützt wird.
Wallisellen: Drei Kandidaten buhlen um wichtigste Amt der Stadt
In Wallisellen kommt es zu einem "prickelnden" Dreikampf um das Stadtpräsidium - nach dem Rückzug des SP Stadtvaters Peter Spörri stellen sich die folgenden Kandidaten zur Wahl:
- Adrian Bangerer (SVP)
- Philipp Maurer (Grüne)
- Adis Merdzanovic (parteilos)
Die politische Spannbreite ist damit so gross wie seit Jahren nicht mehr. Der Wahlkampf wird stark über die künftige Ausrichtung der rasant wachsenden Stadt geführt werden. ZU24 hat die Kandidaten über Ihre möglichen Schwerpunkte und politischen Ansichten befragt - hier der Artikel: Dreierwahlkampf und Wallisellens Stadtspitze
Bassersdorf: Kampfwahl um das Gemeindepräsidium - Pfaller muss in den Ring
Auch in Bassersdorf steht ein spannendes Rennen bevor. Der amtierende Gemeindepräsident Christian Pfaller (SVP) erhält Konkurrenz durch Sascha Balmer-Bührer (Die Mitte). Auch wenn der bestens bekannte und bewährte Christian Pfaller als Favorit in die Ausmarchung geht, muss er sich gegen Sascha Balmer-Bührer zuerst einmal durchsetzen, die Gemeinde erlebt politisch dynamische Jahre und der Wahlkampf dürfte entsprechend intensiv ausfallen.
Regensdorf: Duell zweier Parteiloser um das Amt des Gemeindepräsidenten
In der grössten Gemeinde des Furttals kommt es zu einem direkten und wahrscheinlich sehr spannenden Zweikampf:
- Stefan Marty (Amtsinhaber, parteilos)
- Tobias Stutz (parteilos)
Beide setzen auf eine sachpolitische Ausrichtung – das Rennen ist komplett offen und wird die politische Zukunft von Regensdorf prägen.
Buchs: Präsidium unter Druck – FDP greift an
In Buchs hat der bisherige, parteilose Gemeindepräsident Pascal Schmid einen ernsten Herausforderer in der Person von Patrick Kuhn (FDP)
Kuhn will nach Jahren parteiloser Führung wieder ein klar parteipolitisch abgestütztes Präsidium etablieren.
Rafz: Neues Kandidatenfeld – die Ablehnung der Deponie Bleiki wird auch im Wahlkampf nachwirken
Rafz blickt auf politisch turbulente Jahre zurück, insbesondere wegen der Deponie Bleiki, die zu massiven Diskussionen führte.
Der amtierende Gemeindepräsident Kurt Altenburger (SP) wird herausgefordert von Remo Blatter (parteilos) – bekannt als engagierter Gegner der Deponie.
Im Gemeinderat ist das Kandidatenfeld nach den vielen Rücktritten (Altenburger ist der einzige welcher sich einer Wiederwahl stellt) fast komplett neu – ein Zeichen des politischen Neuanfangs nach bewegten Jahren.
Gemeinden mit Amtsmüdigkeit: Sitze bleiben vakant
In mehreren Unterländer Gemeinden zeigen sich weiterhin Schwierigkeiten, alle Exekutivsitze zu besetzen:
- Wil ZH
- Boppelsen
- Freienstein-Teufen
- Oberweningen
Hier fehlen teils mehrere Kandidierende, was auf eine gewisse politische Erschöpfung in kleinen Landgemeinden hindeutet. Einige Sitze dürften erst in zweiten Wahlgängen oder über Berufungen besetzt werden.